AGNU Braunfels, 35619 Braunfels kontakt(at)agnu.info +49 (0) 6442 4573

AGNU und Naturlandstiftung kooperien

SOLMS-BRAUNFELSER Zeitung

Die Braunfelser Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) wird zukünftig unter dem Dach der Naturlandstiftung Lahn-Dill-Kreis tätig sein. AGNU und Naturlandstiftung kooperien. Rodung der Orchideenwiese ein „Skandal“. Gemeinsam die Natur schützen.

Beide Naturschutzorganisationen, die bereits seit längerem eine rege Zusammenarbeit verbindet, haben dazu einen Kooperationsvertrag vereinbart, den AGNU-Sprecher Friedrich Wilhelm Georg und Vorsitzender Horst Ryba (Laufdorf) von der Naturlandstiftung am Mittwochabend vor Mitgliedern und Freunden der AGNU im Braunfelser Hotel „Fürstenhof“ erläuterten.

Die Vereinbarung sieht auch in Zukunft die Eigenständigkeit der AGNU vor, allerdings werden ihre Kassengeschäfte auf einem Sparkonto von der Naturlandstiftung getätigt. Damit ist auch die Ausstellung von Bescheinigungen über Geldspenden an die AGNU möglich. Bisher hatte die AGNU als Arbeitsgruppe des Braunfelser Stadtmarketings keine eigene Rechtsfähigkeit.

Heiß diskutiertes Thema des Abends war die Zerstörung der von der AGNU angelegten Orchideenwiese am Steinerbach bei Altenkirchen am vergangenen Wochenende (wir berichteten). Während Georg von einem „ungeheuren Rückschlag in den Naturschutzbemühungen“ sprach und sich sein Stellvertreter Joachim Bernecke ungehalten über die Abtragung des 300 Quadratmeter großen Areals zugunsten von Entwässerungsgraben zeigte, bezeichnete Ryba den Vorfall als einen „Skandal“. Nach den Ausführungen von Bernecke habe man mit der Rekultivierung des Weipersgrundes nach der Verlegung einer Ferngasleitung ein „landschaftliches Musterschutzgebiet“ geschaffen, das nicht zuletzt neben weiteren AGNU-Aktivitäten wie die Sicherung des Baumbestands im Braunfelser Kurpark und einer Uhu-Brutstätte im Schloss Braunfels zur Verleihung des diesjährigen, mit 1000 Euro dotierten Naturschutzpreises des Lahn-Dill-Kreises geführt habe.

In seiner Begrüßung der 25 Versammlungsteilnehmer hatte Georg den Zuspruch dieses ersten Preises als „Anerkennung für bisher geleistete, aber auch als Ansporn für zukünftige Aktivitäten“ gewürdigt. Ortsvorsteher Wolfgang Gerster (parteilos) bezeichnete in seinem Grußwort die AGNU als „einen seltenen Glücksfall“ für die Schlossstadt. Durch das Engagement ihrer Mitglieder habe Braunfels im Blick auf die Erhaltung der Natur „einen eindeutigen Standortvorteil“ gewonnen. Eine ihm zugedachte Geldanweisung der in Zürich ansässigen Stiftung „Drittes Millenium“ in Höhe von 500 Euro für seine Verdienste um die im Braunfelser Tiergarten geöffnete Ausstellung „Schritte durch die Zeit“ reichte Gerster an AGNU-Sprecher Georg weiter. „Landschaftliches Musterschutz- Gebiet“ im Weipersgrund geschaffen.

Zum Abschluss der Versammlung präsentierten Diplom-Biologe Andreas Schmidt und Dr.Siegmar Bergfeld Fotos über die Arbeiten der AGNU im Weipersgrund und im Steinbachtal bei Altenkirchen sowie über die Vogelwelt im heimischen Raum.